Die Fotografie im Osmanischen Reich

Angesichts der steigenden Zahl von Bildern in Kunst und populärer Kultur in der islamischen Welt ist die Frage nach dem Bild im Islam neu zu stellen. Diese Arbeit behandelt den Beginn der Verbreitung von bildlichen Darstellungen am Beispiel der Fotografie im Osmanischen Reich. Dazu werden koranische und prophetische Aussagen zum Bilderverbot sowie Gelehrtenpositionen aus dem Mittelalter und dem 20. Jahrhundert diskutiert. Die rasche Verbreitung der Fotografie in den osmanischen Gebieten deutet darauf hin, dass das Bild mit den religiösen Geboten nicht zwangsläufig in Widerspruch stand. Vielmehr ist eine zunehmende Präsenz des Bildes im öffentlichen und privaten Raum im Zuge der gesellschaftlichen und politischen Verwestlichung des 19. Jahrhunderts festzustellen. Dieser Prozess und die Förderung durch die Sultane bereiteten den Erfolg von Fotografen wie Vassilaki Kargopolo, Pascal Sebah, den Abdullah Frères und anderen in Konstantinopel vor. So entstand neben der immensen fotografischen Kollektion von Sultan Abdülhamit II. eine fotografische Porträtkultur, in der die gesellschaftliche Transformation der neuen Bürgerschicht sichtbar ist. Gleichzeitig galten fotografische Porträts in dieser Bourgeoisie als Statusobjekte und waren Kennzeichen einer modernen, westlich orientierten Lebensweise.

Nimet Şeker
Die Fotografie im Osmanischen Reich
Würzburg, Ergon-Verlag, 1. Auflage 2009
100 Seiten mit 14 Abbildungen
Format: 170 x 240 mm. Broschur
€ 18,00 // ISBN 978-3-89913-739-2

„Leyla“ auf Türkisch

„Bu eski zamana ait bir hikâyedir. Ama eski bir hikâye değil. – Dies ist eine Geschichte aus der alten Zeit. Es ist aber keine alte Geschichte.“

Mit diesen Worten beginnt der Roman „Leyla“ von Feridun Zaimoglu. Dem Schriftsteller, der in der Türkei geboren und in Deutschland aufgewachsen ist. In „Leyla“ erzählt er die Geschichte seiner Mutter in deutscher Sprache. Nun ist der Roman auch auf Türkisch erschienen.

„Heute fällt es schwer, die Aufbruchstimmung des großen goldenen Anfangs zu begreifen“, sagt Zaimoglu, „aber wenn denn den Trümmerfrauen nach dem Krieg zu Recht großer Respekt gezollt wird, ist es auch an der Zeit, diesen großartigen Türkinnen der ersten Stunde den Platz zuzuweisen, den sie verdienen.“

Zaimoglu schildert in „Leyla“ die besondere Leistung dieser Frauen, die bisher sprachlos geblieben waren. In mühsamer Kleinarbeit zeichnete Zaimoglu die Geschichte seiner Mutter auf Tonkassetten auf, und hörte auch anderen Frauen der ersten Generation aufmerksam zu, um auch deren Geschichten in seinem Roman zu verarbeiten.

Elif Şafak: Kâğıt Helva

Nachdem Aşk in der Türkei in kürzester Zeit zum meistverkauften Buch von 2009 wurde, stellt Elif Şafak in ihrem jüngsten Werk Kâğıt Helva eine Zitatsammlung aus all ihren bisherigen Büchern zusammen. Heraus gekommen ist ein Buch, dass interessante Perspektiven auf Şafaks bisheriges Schaffen bietet und Brücken zwischen ihren einzelnen Büchern herstellt.

Şafak erzählt im Interview von der Notwendigkeit der Imaginationskraft und von den trunkenen Zuständen, die sie beim Schreiben erlebt. Şafak bewertet hier auch einen Teil der türkischen Politik im Jahr 2009 (Stichwort „demokratische Öffnung“).

Prof. Dr. Halil İnalcık

Vor wenigen Wochen feierte der renommierteste Historiker für die Geschichte des Osmanischen Reichs, Prof. Halil İnalcık (geb. 1916), seine 70-jährige akademische Laufbahn. Seit einiger Zeit schreibt er für das Geschichts-Magazin ntv Tarih. Wer sich ein Grundwissen über die Osmanische Geschichte aneignen möchte, kommt um Halil İnalcık nicht herum.

Lesen Sie hier ein Interview mit Prof. İnalcık (in türkischer Sprache).

TASD-Studie

Viele türkischstämmige Akademiker wollen aus Deutschland abwandern

Sie haben erfolgreich studiert, sind bilingual und in zwei Kulturen heimisch: Die türkischstämmigen Akademiker in Deutschland. Eine Studie legt nun erstmals Zahlen zu dieser Bildungselite vor und bringt überraschende Erkenntnisse zu Tage. Nimet Seker sprach mit Kamuran Sezer, dem Leiter des futureorg Institut für angewandte Zukunfts- und Organisationsforschung, die diese Studie gestartet hat.

Mrs. Atatürk – Latife Hanim

Verleumdet, aber nicht vergessen

MrsAtatuerkFast 34 Jahre nach ihrem Tod wird über sie so heftig gestritten wie noch nie zuvor: Latife Ussaki, die Ehefrau von Atatürk. Doch ein Buch stellt sie nun in ein anderes Licht: Mit „Latife Hanim“ hat die Journalistin Ipek Calislar ein überraschendes und kontrovers diskutiertes Porträt vorgelegt. Nimet Seker stellt es vor.

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