Koran und Gender. Exegetische und hermeneutische Studien zum Geschlechterverhältnis im Koran

Hamburg: Editio Gryphus 2020. 218 S.

Diese Studie untersucht die Frage des Geschlechterverhältnisses im Koran aus exegetischer und hermeneutischer Perspektive. Zu den behandelten Themen gehören die miteinander verwobene Symbolik der Barmherzigkeit Gottes und des weiblichen Mutterschoßes. Zur Frage der Geschlechtergewalt im Koran werden klassische und moderne feministische Quellen zur Sprache gebracht und geschlechtergerechte Antworten im ethischen Vorbild des Gesandten Muhammad gesucht. Aus dem Bereich der feministischen Exegese werden hermeneutische Prämissen und Fragen der historischen Kontextualisierung analysiert. Neben einer Methodendiskussion zum Umgang mit Überlieferungen über Offenbarungsanlässe bietet der Band zudem eine Analyse ausgewählter Verse, die auf den androzentrischen Charakter der koranischen Anrede verweisen.

Rezensionen

„Mit ‚Koran und Gender‘ hat man ein Fachbuch in der Hand, in dem man gebündeltwichtige Einblicke in die Geschichte und die aktuelle Koranauslegung, ihre Debattenund Methoden gewinnt. Es ergänzt damit die inzwischen auch deutschsprachige Forschung muslimischer Wissenschaftlerinnen zum Koran, die wiederum eingebettet ist in die internationale Forschung. An diese hat man Anschluss über die Fachdiskussion und das Literaturverzeichnis. Wer sich auf eine differenzierte Fachlektüre einstellt, liest das Buch mit Gewinn.“ Prof.in Ulrike Bechmann auf www.bibelwerk.de

 

fszi_bd_6_hc_seker_cover_korrDer Koran als Rede und Text. Hermeneutik sunnitischer Koranexegeten zwischen Textkohärenz und Offenbarungskontext.

Reihe „Frankfurter Schriften zum  Islam“ Bd. 6, hg. Ömer Özsoy. Berlin: EB- Verlag 2019.

Ausgehend von der kommunikationstheoretischen Überlegung, dass der Koran als eine ursprünglich mündliche Offenbarung nach dem Ableben des Propheten Muhammad zu einer kanonischen Schrift wurde, stellt sich die Frage, wie sich die Koranhermeneutik auf dieser Grundlage entwickelt hat. Wie haben Exegeten den Koran einerseits als einen in sich kohärenten, kanonischen Text und zugleich als eine auf seinen Offenbarungskontext bezogene göttliche Rede ausgelegt? Dazu werden hermeneutische Prämissen und Methoden der Koranexegese in ausgewählten sunnitischen Quellen der uṣūl at-tafsīr und ʿulūm al-qurʾān untersucht. Zur Einordung der Fragestellung werden zeitgenössische Lesestrategien des Korans aus einer literaturtheoretischen Perspektive, die Genese des Korantexts sowie aktuelle Fragen der Koranhermeneutik erörtert. In diesem Zusammenhang diskutiert die Arbeit das Geschichtsverständnis muslimischer Koranexegeten und zeigt anschließend methodische und offenbarungstheologische Spannungsfelder in ihrem Denken auf. Damit richtet sich die Arbeit an interessierte Leserinnen und Leser aus der Theologie und Textwissenschaft, insbesondere der Hadithwissenschaft und Koranexegese.

Hier zu bestellen: https://www.ebv-berlin.de/epages/15494902.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/15494902/Products/%22ISBN%3A%20978-3-86893-258-4%22

 

Die Fotografie im Osmanischen Reich

Reihe „Arbeitsmateriale zum Orient“ Bd. 21. Würzburg: Ergon 2009.

Angesichts der steigenden Zahl von Bildern in Kunst und populärer Kultur in der islamischen Welt ist die Frage nach dem Bild im Islam neu zu stellen. Diese Arbeit behandelt den Beginn der Verbreitung von bildlichen Darstellungen am Beispiel der Fotografie im Osmanischen Reich. Dazu werden koranische und prophetische Aussagen zum Bilderverbot sowie Gelehrtenpositionen aus dem Mittelalter und dem 20. Jahrhundert diskutiert. Die rasche Verbreitung der Fotografie in den osmanischen Gebieten deutet darauf hin, dass das Bild mit den religiösen Geboten nicht zwangsläufig in Widerspruch stand. Vielmehr ist eine zunehmende Präsenz des Bildes im öffentlichen und privaten Raum im Zuge der gesellschaftlichen und politischen Verwestlichung des 19. Jahrhunderts festzustellen. Dieser Prozess und die Förderung durch die Sultane bereiteten den Erfolg von Fotografen wie Vassilaki Kargopolo, Pascal Sebah, den Abdullah Frères und anderen in Konstantinopel vor. So entstand neben der immensen fotografischen Kollektion von Sultan Abdülhamit II. eine fotografische Porträtkultur, in der die gesellschaftliche Transformation der neuen Bürgerschicht sichtbar ist. Gleichzeitig galten fotografische Porträts in dieser Bourgeoisie als Statusobjekte und waren Kennzeichen einer modernen, westlich orientierten Lebensweise.

100 Seiten mit 14 Abbildungen
Format: 170 x 240 mm. Broschur
€ 18,00 // ISBN 978-3-89913-739-2

Rezension von Dr. Kerem Kayı in Der Islam 88 (2), 2012, S. 406-410.

Review von Prof. Göran Larsson (University of Gothenburg, Schweden) in Cyber Orient 5 (2), 2011: http://www.cyberorient.net/article.do?articleId=7348

Rezension in der FAZ, 16.02.2011: „Schwaches Bilderverbot. Fatwa und Fotografie bei den Osmanen.“