Aufsatz „Du sollst dir kein Bildnis machen…“

CoverJudentum, Christentum und Islam kennen ein sogenanntes Bilderverbot. Dennoch sind die von ihnen geprägten Kulturräume keineswegs bilderlos. Vielmehr haben sie je eigene künstlerisch-ästhetische Traditionen ausgeprägt, etwa in den Bereichen Kalligrafie, Architektur, bildende Künste. Welche Rolle spielen Bilder im Religionsunterricht von Judentum, Christentum und Islam? Wie können Juden, Christen und Muslime angesichts von Medialisierung und „iconic turn“ so mit Bildern umgehen, dass ihr Religionsunterricht weder realitätsfern noch traditionsvergessen ist?

Zur Beantwortung dieser Fragen werden grundlegende theologische sowie kunstgeschichtliche Einsichten aus den drei Religionen, zudem bilddidaktische Zugänge aus Kunstdidaktik und einschlägigen Religionsdidaktiken vorgestellt.

Mit einem Aufsatz von mir mit dem Titel „Bilderverbot und bildende Kunst im Urteil des Qur’an und der klassischen muslimischen Gelehrsamkeit. Eine Spurensuche“.

Das Buch ist hier zu erwerben.

 

 

Das Frauenmuseum in Istanbul

In Istanbul entsteht zurzeit ein interessantes Museum, das sich „Frauenmuseum“ nennt. Die Website kann auf Türkisch, Englisch, Deutsch und Italienisch gelesen werden. Dort werden interessante Persönlichkeiten vorgstellt, die vor allem im Bereich der Künste und der Publizistik tätig waren. Die Malerin Fahrünnisa Zeid sagte zum Beispiel „Immer, wenn ich male, spüre ich, dass ich mit allen Lebewesen, d.h. mit dem ganzen Universum, das die Summe der stillen Vielfalt der Existenz ist, eine Einheit werde. Dann bin ich nicht mehr ich. Ich werde zu einer Vulkan, der Steine und Feuer ausspuckt. Aus mir heraus springen Bilder, die mich gleichzeitig reinigen. Ich werde ein Teil des Schaffensprozesses.“ Das Bild zeigt ein Selbstporträt von Fahrünnisa Zeid.

http://www.istanbulkadinmuzesi.org/en

Hier gibt es noch einige interessante Informationen zum Lebensstil und zur Biografie dieser Künstlerin: http://www.antikalar.com/v2/konuk/konuk0902.asp

„Jüdische und arabische Kosmopoliten: Wir wollen mehr als Dialog“

Interview mit A. Shulamit Bruckstein Çoruh

Die Kunst- und Denkwerkstatt ha’atelier greift kosmopolitische jüdische und arabisch-muslimische intellektuelle Traditionen auf und setzt sie in Bezug zu zeitgenössischer Kunst. Dabei hebt sie die Dichotomie von Ost und West auf. Was das Politische daran ist, erklärt die Direktorin von ha’atelier, Shulamit Bruckstein Çoruh, im Gespräch mit Nimet Seker.

Mehr…

Istanbul-Bildband von Ara Güler und Orhan Pamuk

Eine Metropole voller schöner Makel

Jeder hat sie schon einmal irgendwo gesehen: Atmosphärisch dichte Bilder vom Bosporus, die die unverwechselbare Handschrift des legendären Magnum-Fotografen Ara Güler tragen. Ein Bildband präsentiert nun seinen unverfälschten Blick auf ein halbes Jahrhundert Istanbuler Stadtgeschichte. Nimet Seker stellt ihn vor. Mehr…

Die Fotografie im Osmanischen Reich

Angesichts der steigenden Zahl von Bildern in Kunst und populärer Kultur in der islamischen Welt ist die Frage nach dem Bild im Islam neu zu stellen. Diese Arbeit behandelt den Beginn der Verbreitung von bildlichen Darstellungen am Beispiel der Fotografie im Osmanischen Reich. Dazu werden koranische und prophetische Aussagen zum Bilderverbot sowie Gelehrtenpositionen aus dem Mittelalter und dem 20. Jahrhundert diskutiert. Die rasche Verbreitung der Fotografie in den osmanischen Gebieten deutet darauf hin, dass das Bild mit den religiösen Geboten nicht zwangsläufig in Widerspruch stand. Vielmehr ist eine zunehmende Präsenz des Bildes im öffentlichen und privaten Raum im Zuge der gesellschaftlichen und politischen Verwestlichung des 19. Jahrhunderts festzustellen. Dieser Prozess und die Förderung durch die Sultane bereiteten den Erfolg von Fotografen wie Vassilaki Kargopolo, Pascal Sebah, den Abdullah Frères und anderen in Konstantinopel vor. So entstand neben der immensen fotografischen Kollektion von Sultan Abdülhamit II. eine fotografische Porträtkultur, in der die gesellschaftliche Transformation der neuen Bürgerschicht sichtbar ist. Gleichzeitig galten fotografische Porträts in dieser Bourgeoisie als Statusobjekte und waren Kennzeichen einer modernen, westlich orientierten Lebensweise.

Nimet Şeker
Die Fotografie im Osmanischen Reich
Würzburg, Ergon-Verlag, 1. Auflage 2009
100 Seiten mit 14 Abbildungen
Format: 170 x 240 mm. Broschur
€ 18,00 // ISBN 978-3-89913-739-2