Interview mit Sherry Jones

23/01/2009 § 2 Kommentare

„Mein Roman zeigt Aisha als starke Frau“

Buchcover "Aisha"

Kurz vor der Veröffentlichung von Sherry Jones‚ Roman über das Leben von Aisha, der Frau Mohammeds, stoppte der Verlag Random House das Buchprojekt aus Angst, es könnte die religiösen Gefühle von Muslimen verletzen. Im Interview mit Nimet Seker spricht Sherry Jones über den Vorfall und ihre Motivation, den „Juwel von Medina“ zu schreiben.

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§ 2 Antworten auf Interview mit Sherry Jones

  • Hamda sagt:

    es ist offensichtlich, dass muslimische Leser sehr von diesem Roman gekränkt worden sind. Auch wenn die Autorin etwas anderes behauptet. Aber so weltfremd sollte sie nicht sein, ihren Roman als eine Plattform für einen Dialog zu titulieren. Beim Studium dieses Buches kommt klar zum Vorschein, dass nur frei erfundene Geschichten mit Tendenz zum Sexuellem und Rigorosem darin enthalten sind. Zudem steckt keine Logik dahinter. Einige Sachen hat sie nicht richtig interpretiert, wohl möglich deshalb weil es ihre gewünschte Story vollkommen ändern würde. An vielen Stellen hat sie zudem geschichtlichen Hintergrund weggelassen, was jedoch zum Verständnis der damaligen Zeit sehr wichtig ist.

    Im Folgenden werde ich zu einigen Themen Stellung nehmen. Zu allererst ist klarzustellen, dass die Ehefrau des Heiligen Propheten (Friede sei auf ihm), Aisha (möge Allah Gefallen an ihr haben) niemals zur Ehe gezwungen wurde, denn dies wäre auch sehr unislamisch. Zwangsheirat ist im Islam streng verboten. Nach einer Überlieferung des Heiligen Propheten Muhammad (Friede sei auf ihm), löste er eine Ehe auf, nachdem ihm bekannt wurde, dass die Frau zwangsverheiratet wurde. Eine gezwungene Eheschließung ist demnach im Islam ungültig (Bukhari 5138 und ibn Majah, book of marriage). Einer anderen Überlieferung zufolge heißt es „Eine verwitwete Frau darf nicht verheiratet werden, bis sie ihre Erlaubnis dazu gegeben hat.“(Ibne Majah)
    Jedoch ist hier anzumerken, dass die Ehe zwischen Aisha (möge Allah Gefallen an ihr haben) und dem Heiligen Propheten Muhammad (Friede sei auf ihnen) eine arrangierte Ehe war. Der Islam plädiert für arrangierte Ehen, da es im Islam ein System der Verschleierung gibt, das davor schützen soll, dass man nur aufgrund äußerlicher Reize in ein Verliebt-Sein verfällt, das mit großer Wahrscheinlichkeit keine Dauer hat und kurzfristiger, oberflächiger Natur ist. Arrangierte Ehen, wobei stets anzumerken ist, dass hier die Zustimmung beider zukünftiger Ehepartner vorliegen muss, sind sehr erfolgreich. In Indien werden 95 % der Ehen arrangiert, auch unter Gruppen der Shiks, Hindus und sogar Christen. Scheidung ist im Islam zwar legal, aber die Scheidungsrate liegt bei unter 1 %. Eine Studie belegt, dass die Liebe in arrangierten Ehen klein anfange und im Laufe der Zeit zunehme, weil die Ehe unter vernünftigen Aspekten geschlossen wird. Die Studie zeigt auch, dass Liebe in arrangierten Ehen die Liebe in romantischen Ehen schließlich überhole.

    In diesem Buch wird auch fälschlicherweise behauptet, dass der Prophet keinen Respekt seinen Ehefrauen gegenüber gehabt habe, auch wird gesagt, er habe nur aus Begierde geheiratet. Es ist krankhaft über einen Religionsstifter, der großen Respekt verdient, genauso wie auch alle anderen Propheten, wie Jesus, Buddha, u.s.w. solche Dinge zu behaupten. Denn in Wirklichkeit heiratete er seine Ehefrauen, um die Erziehung der muslimischen Frauen vorzubereiten (Sure 33: 29-30, 33-35). Er musste sein neues Gesetz, dass er als gesetzbringender Prophet brachte, den Frauen lehren. Frauen hielten sich eher zurück im häuslichen Bereich. Er heiratete fromme Frauen, die dann für die Erziehung der muslimischen Frauen zuständig waren, aber davon wird im Roman von Sherry Jones nichts gesagt. Wichtig ist auch, dass Aisha (möge Allah Gefallen an ihr haben) erst fünf Jahre später, im Alter von 13 Jahren geheiratet hat (sich vom Elternhaus verabschiedete). Es muss hier angemerkt werden, dass dieses Alter zu der damaligen Zeit heute im Vergleich in westlichen Ländern dem Alter von 17 bis 19 Jahren entspricht. Gemäß den Überlieferungen hatte sie in diesem Alter bereits ihre volle Geschlechtsreife erlangt. Und Heiraten in diesem Alter waren damals Gang und gäbe, also kein Einzelfall wie es Sherry Jones wissen lassen möchte.

    Gemäß zahlreichen Überlieferungen schenkte der Prophet Ehefrauen großen Respekt. So heißt es: „Der Beste unter euch ist der, der seine Frau am besten behandelt.“ Über den Rang einer rechtschaffenen Mutter sagte er auch: „Das Paradies liegt unter den Füßen der Mutter“.

  • serdargunes sagt:

    Ich wünschte mir, die Menschen würden sowas mit mehr Gelassenheit betrachten oder einfach darüber hinwegsehen. Es gibt soviel ernsteres auf dieser Welt, für das es sich lohnt einen Aufstand zu wagen.

    Dieser Roman hat sich eben Überlieferungen bedient, die es auch wohl gibt. Und das mit fiktiven Elementen angereichert. So werden Romane geschrieben. Warum man so einen trivialen Umstand überhaupt skandalisiert, macht mich ratlos.

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